Natur und Ort im Osterzgebirge

 

 

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Das seit 1999 nach Deutschneudorf (1.100 Einw.) eingemeindete Deutsch-einsiedel erstreckt sich auf der flachwelligen, im Untergrund hauptsächlich auf Rotgneisen fußenden gleichnamigen Hochfläche. Dort, wo der bereits 1185 in einer Urkunde Markgraf Ottos des Reichen von Meißen (Regierungszeit 1156-90) genannte alte Böhmische Steig von Wurzen über Leisnig und Sayda den niedrigsten Erzgebirgspass überschritt und weiter nach Brüx (heute Most) bzw. Prag führte, gründete man im frühen 15. Jh. zunächst jenseits der Grenze eine Zollstation der Burg Brüx. Auf der hiesigen Seite, die zur Herrschaft Purschenstein in Neuhausen gehörte, tauchte mit "bi dem Einsiedel" im Jahre 1448 erstmals ein einzelner Ansiedler auf. Um 1600 wurde dann hier ein Wirtshaus und eine Brettmühle, jedoch auch die Flößerei erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließen sich auf neuen Rodungsflächen vor allem böhmische Exulanten nieder, so dass sich eine Streusiedlung namens "zum deutschen Einsiedel" mit Blockparzellenflur entwickeln konnte. Als 1652 der sächsische Kurfürst den Herren von Schönberg auf Purschenstein den östlichen Teil des Einsiedler Waldes und die angrenzende Ortsflur abkaufte, wurde das Dorf in einen herrschaftlichen und einen kleineren Amtsteil mit der Zolleinnahme und einem Forsthaus gespalten. Das seit 1850 die nunmehrige Bezeichnung tragende Deutscheinsiedel hat eine kleine reizvolle Dorfkirche, die 1905 nach zweijähriger Bauzeit unter dem Patronat derer von Schönberg eingeweiht wurde. Zum 100. Jahrestag hat man nun die schöne farbliche Innengestaltung an die ursprüngliche Fassung angelehnt. Die Altar- und Kanzelbilder malte einst Prof. Wilhelm Walther (1825-1913), ein gebürtiger Cämmerswalder, als dessen Hauptwerk der "Fürstenzug" in Dresden gilt. Ein besonderes Kleinod ist die von den Gebrüdern Jehmlich aus Dresden geschaffene Orgel. Im Jahre 2002 wurde in Deutscheinsiedel ein Straßengrenzübergang nach Tschechien eröffnet. Nordöstlich des Ortes befindet sich ein Hochmoor, in dem man bis 1949 Torf stach.

Quelle: Sächsischer Wanderführer Teil 3, Osterzgebirge, Chemnitzer Verlag 2009

Quelle: Von Norbert Kaiser - From geo-en.hlipp.de; transferred by User:oxyman using geograph_org2commons., CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9677815

 

 

Quelle: Von Hoover5555 - Eigenes Werk, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47328872

 

Quelle: Von Miebner - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17187902

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